Section: Reviews 43615Autor: Diggi
Datum: 12.09.2019
Bereich: Reviews

Madame Obscura holt zum nächsten Schlag aus....

Dawn of Infinite Fire

ASAGRAUM

HORNELLA!

Ach, wären doch alle Stücke auf dem zweiten Album der mittlerweile komplett in den Niederlanden situierten Band so "aufgefächert" und variabel wie 'Beyond The Black Vortex'. Den Anspruch der Frontfrau Obscura an ihr eigenes Schaffen hat, ist sehr hoch. Sie will überhaupt nicht auf Teufel komm raus (sic!) irgendwelchen innovativen Black Gaze oder Post Black Metal erschaffen, Nein ASAGRAUM verehren das basische, das viehische Biest, das die zweite Generation der Black Metal Welle aus Skandinavien umtrieb. So kommt es dann auf die Darreichungsform der Kompositionen an, wenn man sich selbst in diesem klar abgesteckten Paddock bewegen will.

Auch 'Hate Of Satan´s Hammer' hat durchaus Klasse, was aber auch daran liegt, das die Damen hier immer wieder zwischen Furor und hartem Stechschritt wechseln und der Gitarre mehr Raum zum Atmen lassen. Obscura keift Gift und Galle, bei jedem Stück auf "Dawn Of Infinite Fire". Im norwegischen Midtempo Ritt beschließt 'War Ik Been Komt De Dood' das zweite Album von ASAGRAUM, aber halt, natürlich wird auch dort geblastet, aber die Dame leistet sich entrückt wirkende, klare Gesangspassagen, zerfetzt die unwirkliche Atmosphäre aber dann wieder mit ihrem wirklich bösartigen Organ. Obscura gibt sich in Interviews gerne als die reflektierte, aber unnachgiebige Satanistin (.....Gääääääähnnnnn.....d.Verf.) aber eines muss man der Frau attestieren: Sie ist eine absolute Enthusiastin, Sie brennt förmlich für disese Musik, ohne Lametta, ohne Bling Bling, aber mit einer zeitgemäßen Produktion.Vor dem totalen Low-Fi Krieg macht Sie dann doch einen Rückzieher. Das ist auch klug so, denn ASAGRAUM sind keine stupfe Nagelkombo. Musikalisch geht da schon einiges.

Ärgerlich ist allerdings, um den Faden vom Beginn der Rezension wieder aufzunehmen,das erst im letzten Drittel die Stücke auch diese misanthropische Sogwirkung verbreiten. OK, 'They Crawl From The Broken Circle' bolzt als Opener in bester Gorgoroth Manier, aber dann wird es auch gerne mal generisch und viele Stücke bis zur Albummitte rauschen regelrecht am Hörer vorbei. Knackiger Crust/D-Beat eröffnet 'Abomination´s Altar' und wechselt immer wieder zwischen Hatz und Banger Modus. Wenn Obscura sich selbst und der Band nur einige wenige Jota mehr Freiraum gönnen würden, dann wären ASAGRAUM sicherlich ein perfekter Tourpartner für Dark Funeral.

6 Points. Erscheint am 13.09.2019 via Edged Circle Productions.



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