Section: Reviews 43692Autor: Diggi
Datum: 21.09.2019
Bereich: Reviews

27 Jahre.....

Mourn The Southern Skies

EXHORDER

HORNELLA!

"The Law" markierte das Ende der Band aus dem Süden der US of A und war für vieles, was da an Groove Thrash, Nola Core und sogar Neo Thrash in den folgenden Jahren kommen sollte, der universelle Bauplan, die DNA, das Fundament. Davor, in 1990 planierten die damaligen Rüpel mit "Slaughter in The Vatican" die Szene und stellten der Brutal Thrash Metal Szene neben den Werken von Demolition Hammer, Solstice, Sindrome, Hellwitch und Co einen weiteren Klassiker zur Seite.

2019 sind Gitarrist Vinnie LaBella, den man nur noch mit Sonnenbrille und Havanna im Vollbart wahrnimmt und Sänger Kyle Thomas vom Original Line-Up übrig. "Mourn The Souther Skies" konnte keine stringente Fortführung der beiden ersten beiden Alben werden, das stand fest. Aber was ist nun das dritte Album der New Orleans Metaller tatsächlich? Nun, zu Beginn ist es ein echtes Will To Please Album und startet mit 'My Time' energisch nach Vorne thrashend, das dezente NOLA Flair lässt sich in den Riffs nicht leugnen, die Drums hämmern ohne Gnade und Sänger Kyle kann einfach keinen Durchschnitt abliefern. Er hat es einfach drauf und kann Aggro und Melodie in Perfektion. Aber bereits hier fragt man sich als ergrauter Fan der ersten Stunde, warum sich hier einiges nach Franchise Exodus anhört....

'Asunder' hat noch mehr New Orleans Vibe im Handgepäck, atmet aber auch diverse tiefe Atemzüge aus der "The Law" Phase. Solche fetten Groove Wände sollen andere erstmal fabrizieren, Resepekt!  'Hallowed Sound' dreht weiter an der Eskalationsschraube und poltert überfallartig über den Hörer hinweg, richtig geil! Ein fieser Widerhakenriffer! Noch besser wird es mit 'Beware Of The Wolf' und während man sich an die subversive Exodus Präsenz im Songwriting fast gewöhnt hat, fragt man sich, was dieser Scheibe jetzt noch passieren soll, außer das Produzent Jens Bogren hier einer ehemals verdammt gefährlichen Kapelle wieder mal ein paar Fangzähne abgeschliffen hat? 

Ist der massive 7 Minuten Midtempo Pit Schieber 'Yesterday´s Bones' jetzt ein feuchtgewordener Traum - respektive perfekter Brückenschlag - zur ungezügelten Groove Wucht von "The Law" oder nicht? Ich kann mir final immer noch kein Urteil bilden..... Mit 'All She Wrote' und 'Rumination' folgen dann etwas beliebig wirkende, Reissbrett-artige Thrasher...Ärgerlich! Das schleppende 'Arms Of Man' wirkt sogar ein wenig beliebig....Aber dann packen die Herren einen uralt Song aus 1986 raus und brettern ohne Gnade und ohne Punkt und Komma 'Ripping Flesh' durch die Verstärker. Was für eine Dopamin Orgie! So geht voll auf die Schnauze!

Den 9 Minuten NOLA Doomster und Titeltrack empfinden viele als Fremdkörper. Ja, hier bewegen sich EXHORDER sicherlich deutlich in andere Richtungen, aber das gelingt ihnen unglaublich gut, intensiv und fesselnd!

"Mourn The Southern Skies" ist in erster Linie ein bockstarkes Statement alter Szene Helden, das Sie es immer noch drauf haben und auch in 2019 relevante und bewegende Musik erschaffen können. Irgendwie bleiben sich EXHORDER damit treu, denn auch das dritte Album klingt wieder völlig anders wie der Vorgänger vor 27 Jahren. Schade nur, das sich hier 3 Nummern wiederfinden, die das gute Niveau nicht halten können...

8 Points. Erschienen über Nuclear Blast.



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