Section: Reviews 43715Autor: Diggi
Datum: 26.09.2019
Bereich: Reviews

..unverhofft.......

The Age Of Entitlement

ACID REIGN

HORNELLA!

ACID REIGN? Genau, die Briten die 1990 (!) mit „Obnoxiuos“ ihren letzten Langdreher veröffentlichten und damit einigen Fans der ersten Stunde mit partiell überlangen Songs ganz schön Kondition abverlangten. Aber warum muss jetzt, knapp 29 Jahre später eurer Rezensent so tief in die heimischen Plattengwölbe hinab steigen? Weil es sich tatsächlich für „ The Age Of Entitlement“ lohnt. War oben erwähnter Schwanengesang eine ziemlich verkopft wirkende Angelegenheit, so fenstert dieses „Comeback“ hier wie aus dem Nichts mehr als amtlich! Das Debüt der Briten, „The Fear“ war noch eine gelungene Melange aus Euro Thrash meets Metallica meets Blind Illusion Spleenigkeit, aber das dritte Album hier klingt sowas von aus einem Guss, schade das ACID REIGN erst jetzt wieder den Hintern hochbekommen haben, denn auch die Landsmänner Xentrix sind mit einm gutklassigen Album wieder am Start. Fehlen eigentlich nur noch Re-Animator, die im März zunächst nur eine EP veröffentlicht haben.

‚Hardship‘ rifft im Widerhaken Midtempo Modus und evoziert vom Modus Operandi einen Vergleich: Master Of Puppets. Harter Vergleich? Jein. Darf man nach 1986 ruhig mal bringen! Auch auf diesem Album finden sich Riffer und Banger in Überlänge wie z.B. ‚Within The Woods‘ oder ‚#NewAgeNarcissist‘. Aber ACID REIGN können mittlerweile solche eleigischen Thrasher viel besser durch die Tür bringen wie anno 1990, als das alles sehr ungelenk bis hölzern rüberkam. Hier darf man eine weitere Band aus dem UK in´s Rennen schicken; Evile haben mit ihrem verschachtelten Zweitwerk in Sachen Thrash mit einem Ausrufezeichen einen modernen Klassiker erschaffen. ACID REIGN und die Herren wären ein tolles Tour Paket! Dem gegenüber stehen auch mal knackige 2 Minüter wie z.B. ‚Ripped Apart‘ die die Punk/Crossover der Band hochleben lassen, durch die skandierten Shouts des Sängers von Howard „H“ Smith bekommen diese Pit Rüpel einen schnodderigen Punk Charakter. Man muss allerdings auch konstatieren, dass die erste Hälfte der Scheibe einige Jota stärker ausfällt. Veritable Thrasher wie ‚The New Low‘ machen einfach Spaß, der Mix aus „LMAA“ Attitüde, da die Welt eh nicht auf ACID REIGN gewartet hat und die enorm verbesserten Songwriting Qualitäten sind hier die wichtigsten Indikatoren für eine gelungene Scheibe! Auch das bereits erwähnte ‚#NewAgeNarcissist‘ feudelt gewaltig den Staub von den Boxen. Starke Rhythmusarrangements! Weiter geht es mit ‚My Peace Of Hell‘, hier wird auch fröhlich drauf los gehakt, ohne allerdings den Fokus auf Melodiösität zu legen. Was für ein kranker Refrain! ‚Blood Makes Noise‘ steht in der Tradition von diversen Anthrax Nonsense Thrashern, bei ‚Sense Of Independence‘ fühlt man sich eher an absolute Adrenalin Bomben aus den späten 80er Jahren von eben auch Anthrax erinnert. Das große Plus bei ACID REIGN sind die wirklich starken Riffs, das Gespür für No Bullshit Thrasher mit dem Melodie Verständnis von Anthrax oder Metallica in der Zeit von 1986- 1990. Olle Kamellen? Nö, denn „The Age Of Entitlement“ ist ein Langeisen das definitiv in das Jahr 2019 gehört, nicht nur wegen der gierig fetten Produktion! All die Nörgler und Bedenkenanmelder, die auch jetzt ACID REIGN wie schon vor knapp 30 Jahren Punktemäßig an der Armutsgrenze verhungern lassen, haben ihre Ohren endgültig beim Pfandleiher abgegeben und rennen weiterhin dem vorgekauten Mainstream Menü und den großen Namen hinterher.

Kleine Spitze zum Schluss: Genau diese Tintenpisser haben in den 90er Jahren auch die Kollegen von Dearly Beheaded aus dem UK in die Bedeutungslosigkeit geschrieben. Wird Zeit das die sogenannte zweite Liga mal den Aufstand probt! Mit ACID REIGN könnt ihr gemeinsam den Anfang machen!

8 Points. Erscheint am 27.09.2019 via Dissonance Productions. 



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