Section: Reviews 44217Autor: Diggi
Datum: 21.12.2019
Bereich: Reviews

..nach 19 Jahren zurück....

Zero

MISERY LOVES CO.

HORNELLA!

Geschmeidige 19 Jahre nach dem visionären „Your Vision Was Never Mine To Share“ Album kehren die Skandinavier mit dem vierten Langdreher aus der Semi Rocker Renter zurück. Wenn die Mehrheit an Industrial, Industrial Rock und Metal denkt, dann werden immer Ministry, Killing Joke,  Fear Factory, partiell White Zombie und Prong oder Static X genannt. Nine Inch Nails waren und sind vielen Metallern zu unberechenbar (…was gerade gut ist! d.Ver.), mit Pichshifter,  Treponem Pal oder Front Line Assembly und eben MISERY LOVES CO. haben sich nur versprengte Gourmet Zirkel beschäftigt.

Ein Fehler, denn „Zero“ knüpft den Bogen hin zur Hochphase des Genre, mitten in die 90er Jahre, nicht zuletzt mit einer famosen Coverversion des Garbage Klassikers ‚Only Happy When It Rains‘. Auch das Paradise Lost artige ‚Never Looking Back‘ lässt die Generation Anfang bis Mitte 40 sanft und weise“ in sich hinein lächeln“. Aber MISERY  LOVES CO. können und wollen auch immer noch das Kantholz zücken: ‚Suburban Break‘ ist beides: ätherisch-androgyn, was die Grundatmosphäre angeht, aber auch burschikos trocken riffend! Starker Einstieg, mit einem fast schon Tiamat-artigen Refrain…

Liest sich komisch? Ja Leute wir hören hier nicht Reißbrett Metal! ‚A Little Something‘ ist ein Mattenschüttler vor dem Herrn und bringt auch in 2019 durch die aufreizende Unverbrauchtheit der Band jeden Tanztempel an seine statischen Grenzen! Mit dem sich langsam aufbauenden ‚The Waiting Room‘ zelebrieren die Schweden ihre Kernkompetenz: dunkle Industrial Rocker, die zunächst Labyrinth- artig den Kopf des Hörers gefangen okkupieren, dann aber auch immer einen Ausweg offerieren. ‚Would You?‘ ist dann sogar sehr an den Großmeiste Trent Reznor angelehnt, ist aber eben nicht gerade deswegen einer der coolsten Nummern auf dem Album, übrigens eine potentielle Single! Das Titelstück zeigt dann als zerklüftete Elektronik Gebirgskette den Stinkefinger in Richtung Massentauglichkeit.  Mit einem latent depressiven Alternative Rock Einschlag agiert ‚One Of Those Days‘. Die Sonne geht dann mit dem über 7 Minuten langen Album Closer ‚Way Back Home‘ auf.

Die Band ist mit seinen Fans gealtert, hat sich neuen Einflüssen geöffnet, transferiert aber auch perfekt das Gefühl der gemeinsamen Wurzeln in das Hier und Jetzt. Das nennt man absolut gelungene, weil glaubhafte Rückkehr!

8 Points. Erschienen über Black Lodge Records. 



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de