Section: Reviews 44310Autor: Diggi
Datum: 09.01.2020
Bereich: Reviews

.....Prädikat: Besonders wertvoll!

Oresteia

LOTUS THIEF

HORNELLA!

Ja, LOTUS THIEF könnten eine Konnotation für esoterische Musik darstellen. Ganz besonders mit "Oresteia, dem dritten Album geht die Band aus San Frisko gleich mehrere Schritte weiter, heißt die verwaschenen Black Metal Tupfer sind noch ein Stück weiter in den Hintergrund gerückt und die ambient artigen Appendixe, die auf dem glorreichen Debüt "Rerum" noch für Verärgerung sorgten, weil Sie unnnötig Längen in die Stücke brachten, sind auf eloquente Zwischenspiele wie 'Banishment' heruntergedampft worden.

Wieder tief im klassischen Stoff der Antike und dem dazugehörigen philosophischen Überbau verwurzelt, startet 'Agamemnon' bedächtig, der alraunenhafte Gesang erinnert immer mehr an eine junge Annie Lenox und/oder Anne Clark. Leider - man muss es aufgrund der akuellen Bandphotos vermuten- ist der zweistimmige weibliche Gesang Vergangenheit. Im Studio kann man das natürlich gut reproduzieren...Live ist das eine andere Baustelle. Auch 'Libatation Bearers' ist sehr auf den Gesang fokussiert, der spätestens hier eine tooleske, weil hypnotisierende Sogwirkung entfacht.

Auf der anderen Seite sucht man nach der wilden, unbehauenen Seite der Band.....Man findet Sie bei kurzen Keif Sequenzen. Absoluter Höhepunkt einer zutiefst dunklen, negierenden Scheibe ist 'The Furies'. Eine Messe, ein dahin schreiten, ein sich fallen lassen, ohne die Gewissheit zu haben, das man aufgefangen wird. LOTUS THIEF verbinden ähnlich wie die göttlichen Vhol ein elegantes und stilvolles Chaos mit alraunenhaftem Duktus und lassen den Hörer jederzeit wissen, das Sie das große Biest im Handgepäck haben.

Eines ist klar: So intensiv wie ich mich mit "Oresteia" bisher beschäftigt habe....Dieses Album wollte nicht landen, mal war ich zickig, dann wieder die elegischen Stücke....Hier muss viel zueinander finden, ehe dann der Hörer mit diesem dritten Album auch glücklich wird.

Einziger Kritikpunkt: Nimmt man die 4 instrumentalen Interludien raus, dann hat man es zwar mit der bisher fordernsten Scheibe des jungen Jahres zu tun, aber am Ende auch nur mit 4 wirklich neuen Songs.

LOTUS THIEF werden auch mit diesem neuen Album nicht in den Mainstream einbrechen, was auch gut ist, denn weder die nihilistische Oberflächlickeit noch die zutiefst introvertierte Künstlerseele auf der anderen Seite wäre für diesen Schritt bereit.

8 Points. Erscheint am 10.01.2020 via Prophecy Productions.



.


^^^ BACK TO TOP ^^^
© 1998-2012 by www.Heavy-Metal.de