Section: Reviews 44332Autor: Diggi
Datum: 17.01.2020
Bereich: Reviews

....moderner Metal mit Verve aus Belgien!

Delete/Rewrite

DYSCORDIA

 

HORNELLA!

Bereits Langeisen Nummer 3 stellt "Delete/Rewrite" dar, bisher hatte ich die Band aus unserem Nachbarland Belgien ehrlicherweise nicht auf dem Schirm...Aber das ist natürlich kein Indikator für die Güte des vorliegenden Albums, welches im getragenen Stakkato Beat und Riffing mit dem Titelstück etwas sperrig, aber mit tollen Gesangslinien startet. Überhaupt stellt der Sänger hier einen großen Anreiz dar, das ihr euch mit DYSCORDIA mal beschäftigen solltet, denn partiell erinnert der gute Piet an den Barden von Digital Ruin....

'This House' startet flott und ist ein schmissiger Zeitgeist Power Metaller der an mittelalte Orden Ogan erinnert. Stark! DYSCORDIA arbeiten über weite Strecken mit mitteltiefen Growls, die eher wie der drölfzigste Amon Amarth Klon klingen, dagegen steht die wirklich charismatische Klarstimme von Piet. Mit 'Rage' erinnern die Belgier sogar - wahrscheinlich eher unbewusst - an die deutsche Metal Institution zu Unity oder Soundchaser Zeiten. Nicht die schlechteste Reminiszens. Das DYSCORDIA für Traditionalisten hart am Limit segeln, liegt unter anderem an der ziemlich undynamischen Jens Bogren Produktion und auch daran, das die Band partiell wie ein Hybrid aus Kamelot und aktuellen Heavy bzw. Power Metal Bands klingt, die dem ein oder anderen wohl zu "konstruiert" wirken.

Geht mir oft auch so, aber "Delete/Rewrite" hebt sich vom Casting und Cash Cow Charakter anderer Kapellen dadurch ab, das Nummern wie die bereits genannten, aber auch 'The Curse Of Mediocracy' einfach songschreiberisch richtig gut umgesetzt sind und dem ganzen Album ein melancholischer Duktus zugrunde liegt. Bierzelt-seelige Schunkel Lobotomie findet hier nicht statt, OK, mit 'Merry Go Round' legen die Herren einen klassischen Filler hin und das zwar hart aufgehübschte 'Castle High' schraubt an der Grundhärte, wirkt aber durch die eher beliebig wirkenden Growls auch eher entbehrlich.

Besser sind da schon wieder 'The Cards Have Turned' und die beiden längeren Stücke 'Stranger In The Dark' und 'Silent Tears' sind sogar nochmal richtige Wecker zum Ende hin. DYSCORDIA sind vom dem her, was die Musiker hier mitbringen einfach zu gut, als das Sie sich zukünftig als nächste generische Placebo Metal Band gebärden sollten. Hoffen wir darauf. Weniger käsig wie Powerwolf, mit mehr atmosphärischer Substanz als die letzten Orden Ogan Alben geht "Delete/Rewrite" als echte Alternative über die Ziellinie!

7 Points. Erschienen über Road Mark/H art

 



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