Section: Reviews 45360Autor: Diggi
Datum: 20.09.2020
Bereich: Reviews

...tatsächlich, HEATHEN sind wieder zurück!

Empire Of The Blind

HEATHEN

HORNELLA!

HEATHEN sind zumindest für euren Schreiberknecht hier die größten tragischen Helden des Musik Biz.Das Debüt in 1987, es war wohl 2-3 Jahre zu spät, als das eine der besten Melo Thrash Metal Bands des Planeten in die Nachbarschaft der sogenannten Big 4 hätte aufrücken können. Dann kam 1991 ein weiteres Kleinod des Genre; "Victims Of Deception" ist sogar eines meiner allerliebsten Metal Leibchen. Danach waren HEATHEN nicht nur klinisch tot, sondern einfach weg.

2010 dann das Unerwartete: "The Ecolution Of Chaos" konnte tatsächlich an die Fabelalben der Anfangsjahre anknüpfen, wirkte wie der nächste logische Schritt nach 1991. Unglaublich, aber wahr. Jetzt schreiben wir das Jahr 2020 und HEATHEN haben es wieder getan: Allerdings war es ein langer Kampf mit mir selbst und dem Album, ich musste mich über die gesichtslose Produktion ärgern, vielleicht sogar über das ein oder andere Exodus Rest-Riff, welches Lee mit in das Songwriting implementiert hat. Trotzdem entschädigt der Beginn in Form von 'The Blight' oder 'Empire Of The Blind' für 10 Jahre Funkstille, die HEATHEN-freie Zeit ist vorbei. Die Amis kredenzen einen furiosen Thrash Metal Beginn, machen von Anfang an klar, das die Band hungrig ist und es allen Bedenkenanmeldern zeigen will. 

'Dead And Gone' nimmt dann ein wenig das Tempo raus, überzeugt aber mit intelligentem Drumming und einem starken Refrain. Ziemlich überflüssig wirkt der Stakkato Riffer 'Sun In My Hand', ein Stück das auch jetzt noch wie ein Fremdkörper wirkt. 'Blood To Be Let' ärgert als Titel als Pseudo Alliteration zum immer noch (schwachen) letzten Exodus Album; thrasht aber bei HEATHEN umso vitaler aus den Boxen!  Leider halten die Herren den gewaltigen Spannungsbogen nicht aufrecht, da schleichen sich auf "Empire Of The Blind" im weiteren Verlauf dann doch fast bieder wirkende Nummern ein. Das ärgert den HEATHEN Ultra an der Tastatur ein wenig, ich muss aber gleichzeitig auch konstatieren das es diese Band wieder mal nach zig Jahren schafft weite Teile der Konkurrenz an die Wand zu nageln. Jetzt sind Megadeth am Zug, ob sie tatsächlich das lang angekündigte "Thrash Metal" Album veröffentlichen werden. 'Shrine Of Apathy' geht als Quoten Halbballade sogar in Gänze an mir vorbei.

Erst das zähnefletschende, dunkle, im wütenden Midtempo agierende 'Devour' kann dann wieder begeistern. Funkenflug an den Klampfen, Thrash Furor und Bay Area Groove offeriert dann 'A Fine Red Mist', wohingegen 'The Gods Divide' eine Bewerbung als Live Abrissbirne im knackigen Single Format darstellt.

HEATHEN sind in der Summe ihrer Teile fast unschlagbar. Das Kernduo bestehend aus Lee Altus und David White hat sich mit Kragen Lum, Jason Mirza am Bass und Jim DeMaria am Kit eine verdammt krasse Truppe zusammengestellt. Die Fokus Stücke auf "Empire Of The Blind" fügen sich in Sachen Güte ohne Probleme in einen der stärksten Backkataloge des Genre ein, auch wenn der Vorgänger aus 2010 um einige Jota stärker und zwingender ausgefallen ist.

8 Points. Erschienen über Nuclear Blast.



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