Section: Reviews 45390Autor: Diggi
Datum: 26.09.2020
Bereich: Reviews

..doch kein Hype aus Polen....findet ITM....

Zmierzch Stalowej Ciemnosci

VERMISST

Band:Vermisst

Herkunft:Polen

Album: Zmierzch Stalowej Ciemnosci

VÖ:04.09.2020

Label:Signal Rex

Diese Besprechung bezieht sich auf die erweiterte Ausgabe der Anfang 2020 erschienenen EP gleichen Namens, die von Signal Rex noch mal auf Vinyl veröffentlicht wurde und drei zusätzliche Tracks beinhaltet. Vermisst ist ja erst mal ein etwas ungewöhnlicher Name für eine Band aus Polen, aber nicht zuletzt seit den großartigen Selbst aus Venezuela weiß der geneigte Fan, dass dies der Qualität eines Albums keinenAbbruch tun muss. Die ersten fünf Stücke, die auch auf der EP zu finden sind, beginnen mit einem kurzen, leicht vom Schlagzeug unterstützten Keyboard-Intro (und enden passenderweise auch mit einem Keyboard-Outro, sodass wir nur von drei „richtigen“ Songs sprechen können).

Danach folgen eben drei eher getragene Songs, die nicht zuletzt über ein sphärisches Keyboard eine an die 90er gemahnende Atmosphäre erzeugen wollen. Auch wenn der „Spirit“ der Mittneunziger der polnischen Szene (Graveland (auf die sich im Promoschreiben auch indirekt bezogen wird, Infernum und Co.) streckenweise als gut eingefangen zu beschreiben ist, wird für mein Empfinden dabei zu sehr der Fokus auf Schwermut denn auf mystischer Dunkelheit und/oder Naturverbundenheit gelegt. Am besten gefällt mir in diesem Zusammenhang noch das Stück W Pozagrobowej Przestrzeni, das auch in der Songstrukturfür eine gewisse Abwechslung sorgt und einen schönen Ausklang hat.Die drei Bonus-Tracks, im Promoschreiben schon als „raw“ angekündigt, sind dann tatsächlich vom Klangher noch rawer als die ursprüngliche EP.

Ob man diesen dünnen Sound heute wirklich noch braucht, lasse ich mal dahingestellt. Die Songs kommen dann ohne großen Keyboard-Klimbim aus (hier soll die Lead-Gitarre die Atmosphäre erzeugen) und erinnern stimmlich an diese eine sehr exzentrische Godkiller-Veröffentlichung (Rebirth of the Middle Ages, die – Überraschung – auch Mitte der 90er veröffentlicht wurde). Fazit:Caedes Cruenta erwiesen ihren griechischen Vorvätern neulich schon ihre Referenz, ohne dabei über den Status einer sehr anbiedernden Kopie hinauszukommen.

Vermisst tun dies nun für ihre polnischen Vorläufer, zum Glück mit ausreichend eigener Note. Ob man dafür gleich auf Vinyl gehen muss.... fraglich.

Punkte:5,5 / 10



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