Section: Reviews 45393Autor: Diggi
Datum: 26.09.2020
Bereich: Reviews

Immer wieder Fronkraisch, Fronkraisch?

Cosmogonie

DYSYLUMN

Band:Dysylumn

Herkunft:Frankreich

Album: Cosmogonie

VÖ:09.10.2020

Label:Signal Rex

 

Vive la France! Das pflege ich immer zu denken, wenn mir eine französische Band vorgelegt wird, denn Frankreich ist in meinen Augen aktuell DAS Land, wenn es um hochklassigen Black Metal geht. Hatte mich aber auch noch aus drei anderen Gründen auf dieses Album gefreut. Erstens war der Vorgänger (Occultation aus 2018, von Signal Rex freundlicherweise auf Vinyl im Mai 2020 nachgeschossen) in seiner dunklen, dystopischen Art eine ganz ausgezeichnete Veröffentlichung. Zweitens war mir der Gitarrist von den exzellenten Ominous Shrine bekannt. Und drittens bekommt man nicht oft ein Konzeptalbum über 81 Minuten präsentiert. Das Album gliedert sich in drei Teile: Apparition (Songs 2-4), Dispersion (Songs 5-7) und Extinction (Songs9-11), eingerahmt durch Intro, Interludium und Outro. Schon mit den ersten Klängen der Apparitions-Sektion wird klar, dass nicht nahtlos am recht dunklen Vorgänger Occultation angeknüpft wird. Vielmehrscheinen die Jungs ziemlich häufig auf Hallucinogen gewesen zu sein, dem letzten Meisterwerk ihrer Landsmänner von Blut aus Nord. Die doch extrem luftig gespielte Lead-Gitarre erinnert schon sehr stark auch in der Melodieführung an das, was Vindsval da letztes Jahr losgetreten hat.

Und während das alles beileibe nicht schlecht gemacht ist, wirkt es doch bisweilen sehr kop..., äh, stark daran angelehnt.Die Dispersion-Songs ziehen dann sowohl von der Geschwindigkeit etwas an als sie auch das luftig-himmlische Gitarrenspiel zu Gunsten eines dunkleren Unterbaus zumindest ein wenig in den Hintergrund treten lassen. In diesem Abschnitt, der für mich auch der stärkste der drei Teile ist, fühlte ich mich nicht selten an Ulthas grandiose letzte EP belong erinnert, insbesondere beim Song Dispersion II. Wirklich hervorragend gemacht, nicht zuletzt auch durch den höheren Einsatz der Stimme zwischedurch, die hier besser als in den anderen Teilen passt.

Der abschließende Part Extinction wird durch ein Interludium eingeleitet und vereint dann überwiegend den eher dunklen Dispersion-Aspekt mit den nicht ganz so rasant vorgetragenen Elementen der Apparition-Stücke.Fazit:Dysylumn legen mit Cosmogonie ein Album für Eskapisten vor, die für 81 Minuten mal dem schnöden weltlichen Treiben entkommen wollen (um zum Beispiel über die Genese des Kosmos zu sinnieren). Ein ambitioniertes Werk, dessen Ecken und Kanten an manchen Stellen ruhig etwas rauer hätten ausfallen können. Nichtsdestotrotz macht der durchgehende Konsum dieses langen und auch auf Dreifach-Vinyl erscheinenden Albums eine Menge Spaß, sodass nicht auszuschließen ist, dass das Werk in der Langzeitwirkung eher noch zulegt.

Punkte:7,5 / 10



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